…das scheint das Motto der nächsten vier Jahre zu sein, wenn man sich die Wunschliste des Bundesinnenministeriums liest.
Ja, auch ich hätte mir ein anderes Wahlergebnis gewünscht, muss aber zugeben, ich bin nach dem Sonntag, wie wahrscheinlich viele, in eine “Was soll´s”-Stimmung gefallen. Wird halt weiter gemerkelt wie bisher. Es wird weiter darum gestritten, wo das Geld herkommen soll, was der Staat den ganzen Arbeitnehmern zahlen muss, die von ihrem Lohn nicht mehr existieren können, weil die Wirtschaft immer mehr dabei versagt, die zu ernähren die ihr die Gewinne erArbeiten. Etc. etc. …
Dann hat mich der Artikel von Benjamin daran erinnert, was uns in den nächsten Jahren in Sachen Sicherheitspolitik bevorsteht und was dies mit den Menschen macht:
Seit heute habe ich Angst vor den kommenden vier Jahren. Richtig Angst. Und ich bin froh, keine Kinder zu haben. Hätte ich Kinder – ich würde das Land verlassen. Was unsere Regierung hier baut; wofür sich die Mehrheit dieses Landes entschieden hat; was wir nach den Prinzipien der Demokratie für gut und richtig halten; das macht mir Angst.
Und die kann man wirklich bekommen, wenn man die Wünsche des Innenministeriums liest, welche zum Teil schon Inhalt des CDU-Wahlprogramms waren. Da ist die Rede von “verdecktem Anbringen von Videokameras in und vor Privatwohnungen”, “DNA-Proben-Archivierung egal, ob schuldig oder nicht, bei jeder erkennungsdienstlichen Behandlung” und einiges mehr. Insgesamt liest sich das aufgetauchte Schreiben wie eine Anleitung zum Errichten eines totalen Überwachungsstaates.
Und ich bin froh, keine Kinder zu haben. Hätte ich Kinder – ich würde das Land verlassen.
…schreibt Benjamin. Die Frage die ich mir stelle, ist, nur wohin? Das was hier im Land in Sachen von Sicherheits- und Kontrollwahn abgeht, ist doch ein weltweites Problem, wie man durch die Zensursula-Thematik mitbekommen hat. Seit diesem Jahr finanziert die EU z. B. das Projekt “Indect”, das alle schon bestehenden Technologien zu einem umfassenden Überwachungsinstrument verbinden wird. via: zwischenzeit.de
Nur ein Unterschied gibt es hier bei uns vielleicht und der kann dann wirklich Angst machen: Bei uns will man dies alles natürlich mit deutscher Gründlichkeit und Perfektion umsetzen. Ähnlich perfekt und gründlich wie wir in unserer Geschichte schon massenvernichtet und analog überwacht haben.
Ob es uns gefällt oder nicht, wir werden uns damit auseinander setzen müssen, das wir (wieder) eine Gesellschaft bekommen, in der man sich immer mehr unauffällig und angepasst zu verhalten hat, will man in Ruhe sein Leben leben. Die Chance, die Idee von einem freiheitlichen, transparenten und bürgerlich kontrollierten Staat weiter zu entwickeln ist für die nächsten vier Jahre jedenfalls vergeben. Wir haben es selbst so gewählt.
via: anmut und demut
via: datenspeicherung.de




2 Comments
Also erstmal danke für den Link und mehr Dank noch, für das weitertragen dieser schlechten Nachrichten.
Und dann auch noch zu “nur wohin?” Frage ein, zwei Antwortansätze. Ich hab neulich mit einem guten Freund gesprochen, der viel in Österreich ist. Dort versteht man die deutschen Sicherheits- und Terror-Manie nicht und blickt mir Verwunderung auf uns. Also das wäre ja schonmal ziemlich nah, auch wenn mir Österreich nicht gerade liegt.
Meine zweite Wahl würde (ganz aus dem Bauch heraus) wohl auf Island fallen. Die haben bei weitem anderen Sorgen als Terrorismus und das wird wohl erstmal auch so bleiben.
Und eine dritte Möglichkeit, die allerdings einer sprachlichen Korrektur bedürfte: Raus auf’s Land. Ich glaube, dass viel von dem Irrsinn, den wir gerade erleben, ein urbanes Problem ist. Ich sehe das jedes Mal, wenn ich meine Familie auf dem nordfriesischen Land besuche. Dort gibt es all das nicht, obschon sie latürnich den gleichen Gesetzen unterliegen.
@ben_: ja, Island, das wär´was. Landschaftlich toll, nur, ob das Klima auf Dauer was für mich wäre? Rauf´auf´s Land ist auch nicht schlecht. Und dann möglichst autak leben. Nur, der Überwachungs- und Kontraollwahn im Netz findet Dich überall. Die Konsequenz wäre, seine Onlineaktivitäten einzustellen, bzw. auf das absolut notwendige Minimum zu reduzieren. Würde das jeder machen, dann wäre der Stillstand erreicht und die Konservativen glücklich. ;-)
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