Zeit online hat unter dem Titel “Des Schäubles kleines Wörterbuch” ein kleines Neusprech-Wörterbuch zusammengestellt. Es zeigt auf, wie durch die Wahl positiv besetzter, bzw. Erfindung neuer, auf den ersten Blick positiv klingender Begriffe die Einschränkungen unserer Freiheit als Gewinn dargestellt werden. Neusprech im orwellschen Sinne. Ein Beispiel:
Gefährder»
Im staatlichen Sinne jemand, von dem eine Gefahr ausgeht, vor allem eine terroristische. Klingt bedrohlich. Tatsächlich aber ist jemand gemeint, gegen den es keine gerichtsfesten Beweise gibt, den man daher nicht anklagen und nicht verurteilen kann und der nach bisherigem Rechtsverständnis unschuldig ist. Was G. eigentlich sind, sagt niemand. Möglicherweise Fast-Verdächtige. Zumindest aber Menschen, die es zu beobachten und zu überwachen gilt.
Gefährder, potenzieller»
Steigerungsform. Ein Mensch, der noch nicht zum G. geworden ist, es aber werden könnte. Gegen den aber schon jetzt “Maßnahmen” ergriffen werden sollen. Potenzieller G. kann jeder sein. Immerhin kann von jedem Bürger in der Zukunft eine Gefahr ausgehen. So etwas nennt man in anderen Zusammenhängen einen Generalverdacht.
via: ZEIT ONLINE.
Allein um zu zeigen, das wir diese Rethorik durchschauen ist Grund genug morgen zur Demo zu gehen. Ich wäre dabei, wenn ich nicht soweit weg wäre.
Wie weitgehend unbemerkt die Überwachung im öffentlichen Straßenraum schon geht, zeigt übrigens eine Karte auf google-maps. Der Taz-Redakteur Sebastian Heiser ist die geplante Route der Demonstration vorab einmal abgegangen und hat die Überwachungskameras am Wegrand gezählt. Auf 116 ist er gekommen, auf einer Strecke von 4,6 km. Das macht im Schnitt ca. alle 40m eine Kamera:
Überwachungskameras entlang der Demoroute
via: netzpolitik.org
org: taz.de
Also, wer die Möglichkeit hat, geht Samstag in Berlin demonstrieren:





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