Ich suche immer noch gute Erklärungen, mit denen man Internet-Leyen, äh, ich meine -Laien die Zusammenhänge des geplanten Gesetzes und deren technische Unnsinnigkeit zu erklären. Neben der Beschreibung aus dem Interview mit Christian Bahls vom Verein “MissbrauchsOpfer gegen InternetSperren” (MOGIS)” , das die Sperre mit einem mit Laken verhülltem Bild vergleicht:
Sie können natürlich vor das Bild ein Laken hängen, das Bild aber hängt dann noch immer dort. Die Inhalte werden weiter verbreitet.
Habe ich ja im letzten Beitrag über das Video berichtet, welches die Problematik mit Hilfe von LEGO-Männchen veranschaulicht.
Nun bin ich gerade auf netzpolik.org (mal wieder, die Jungs sind einfach gut) auf eine genial anschauliche Erklärung von Alvar Freude (Vorstand des Fördervereins Informationstechnik und Gesellschaft) gestoßen, die ich hier zitieren möchte. Wer´s dann nicht verstanden hat, dann weiß ich auch nicht mehr:
Man stelle sich vor, ein Zeitungskiosk würde verdächtigt, Kinderpornographie zu verkaufen. Die Bundesregierung würde ein Gesetz beschließen, großräumig Straßensperren an allen Zufahrtsstraßen zu diesem Kiosk aufzustellen. Versierte Nutzer, nämlich Fußgänger, könnten den Kiosk zwar weiterhin erreichen, aber die Bundesregierung behauptet, die Straßensperren würden den Zugang erschweren. Und die Behinderung des normalen Straßenverkehrs sei nicht so schlimm, schließlich würden dadurch Kinder gerettet. Hier ist jedem klar: Die Maßnahme ist unverhältnismäßig und besser wäre es, den Kiosk zu schließen und den Ladenbesitzer zur Rechenschaft zu ziehen. Ähnlich verhält es sich mit den geplanten Internet-Sperren. Da die Verbreitung über Server in den USA und Westeuropa einschließlich Deutschland geschieht, wäre es ein Leichtes, diese abzuschalten, anstatt eine unwirksame Sperre zu erzwingen. Wir fordern daher die Bundesregierung auf, die Bedenken der Experten endlich ernst zu nehmen und effektiv gegen Kindesmissbrauch vorzugehen anstatt internetfeindliche Symbolpolitik zu betreiben.
Auch der restliche Artikel ist wieder lesenswert.
Und deshalb jetzt nochmal der Aufruf an alle Internet-Muggels:
Auch wenn die notwendigen 50.000 Unterstützer der Petition gegen Internetzensur schon erreicht sind, macht trotzdem noch mit, falls Ihr es nicht sowieso schon getan habt.
Es geht um eine zukunftsfähige, unzensierte Zukunft in dem Medium der Zukunft. Es geht auch darum, unseren Kinder, Nichten und Neffen (naja, die halt nach uns kommen mein ich) eine Zukunft wie sie der Roman 1984 und viele andere SF-Romane beschreiben (in der Bevölkerung bis zur Unmündigkeit überwacht und kontrolliert werden), zu ersparen. Vielleicht schaffen wir es ja, die Politik zur Einsicht zu bringen, das es mehr Kompetenz braucht, um die unbestrittenen offenen Fragen in Bezug auf die vielleicht größten Umwälzungen seit der Erfindung des Buchdrucks, die das Internet m. E. darstellt, richtig zu reagieren.
via: netzpolitik.org
Update 12.05.2009:




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