Unter dem Motto “Keine Scheuklappen für das Internet” findet morgen, Freitag, den 17. April 2009, zwischen 9 Uhr und 9:30 Uhr vor dem Presse- & Besucherzentrum der Bundesregierung (Bundespressekonferenz, Reichstagufer 14 | U+S-Bhf. Berlin-Friedrichstraße) eine Mahnwache gegen Internetsperren in einer freien Gesellschaft statt.
Da nun nicht jeder für eine halbe Stunde nach Berlin fahren kann, hat Sven Kubiak ein Unterstützungsplugin für WordPress in seinem Blog veröffentlicht:
Mini WordPress Plugin zur Unterstützung der Mahnwache | svenkubiak.de
Es leitet für die Dauer der Mahnwache auf eine Infoseite innerhalb des Blogs um.
Ich denke, ich werde mitmachen und das Plugin heute noch installieren. Also wundert Euch nicht, wenn morgen zwischen 9.00 und 9.30 mein Blog nur aus einer Seite bestehen wird.
Auch wenn das Anliegen unserer Familienministerin von der Leyen sicher wichtig ist, bin ich doch mal wieder bestürzt, wie unsere Politiker alle von Experten rational vorgetragenen Bedenken gegen die Art der gewählten Mittel in den Wind schlagen. Das sich dadurch unsere noch einigermaßen freie Gesellschaft weiter in Richtung einer überwachten und zensierten und damit unfreien Gesellschaft entwickelt wird sehenden Auges ignoriert in Kauf genommen.
Anstatt Probleme an der Quelle zu bekämpfen und die Konsumenten dieses Drecks zu belangen, soll die gesamte Gesellschaft bevormundet werden. Meiner Meinung nach wäre weniger mehr, will sagen: bestehende Gesetze konsequent anwenden und die bestehenden Behörden mit genügend gut geschultem Personal ausstatten und mit menschlicher Vernunft handeln lassen. Ggf. bestehende Gesetzeslücken in Bezug auf das Medium Internet sollten nur behutsam geschlossen werden, anstatt die große Kontrollkeule zu ziehen.
Update (via: netzpolitik.org): Gerade im feedreader entdeckt und interessant in dem Zusammenhang: es gibt einen Verein “MissbrauchsOpfer gegen InternetSperren” (MOGIS). Selbst betroffene Opfer halten die Sperrlisten für die falschen Massnahmen. Auszug aus einem Interview auf der Seite:
Ich fühle mich in der Debatte für ein politisches Ziel missbraucht.Denn die Regierung will nur die Verbreitung der “Dokumentation des Missbrauchs” einschränken, nicht den Missbrauch selbst. Sie können natürlich vor das Bild ein Laken hängen, das Bild aber hängt dann noch immer dort. Die Inhalte werden weiter verbreitet.
via: netzpolitik.org
via: svenkubiak.de
org: Wiki des Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur (AK Zensur)




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