via: Spitblog
Habe schon nicht verstanden, warum Nachwuchsmusiker, die ihre eigenen Konzerte selbst organisieren und nur ihre eigenen Songs vortragen, gesalzene Rechnungen von der GEMA bekommen und diese zahlen müssen. (Link habe ich gerade nicht mehr parat) Was ich gestern bei Stern TV gesehen habe, hat mir aber echt die Sprache verschlagen: Grundschul- und Kindergartenkinder singen auf einem Weihnachtsmarkt eines Bürgervereins 3! Weihnachtslieder und der Verein erhält für diesen “öffentlichen Auftritt” eine Rechnung der GEMA.
Wie krank ist unsere Gesellschaft, wenn unsere Kinder dafür zahlen sollen, wenn sie in der Öffentlichkeit singen?
Ich habe keine Ahnung von den Regelungen der Vergütung von Künstlern und Rechteninhabern, aber jedesmal wenn ich solche Berichte lese/sehe, kommt in mir der Eindruck hoch, das die GEMA nur eine weitere Institution ist, um den Reichtum unserer Gesellschaft von unten nach oben umzuverteilen und im Fall der GEMA in den Rachen irgendwelcher Superstars zu stecken, die eh schon ausgesorgt haben. Von dem Dämpfer für freiwilliges, ehrenamtliches, unentgeltliches Engagement normaler Bürger und unserer Kinder mal ganz abgesehen.
Auch wenn die GEMA dreimal im Recht ist, ich frage mich bei sochen Meldungen immer wieder, was für Roboter Menschen die Sachbearbeiter in so einer Institution sein müssen.
Zum Kurzbeitrag in der Sendung habe ich auf der Homepage von Stern TV nichts finden können, dafür aber die Meldung dazu auf in-stadtmagazine.de:
org: IN-Stadtmagazine
Mal wieder Zeit ein wenig auszumisten.
Krimskrams der sich so angesammelt hat:
(1) Mal wieder ein verwöhntes Millionärsbalg entführt und keine Lust den Erpresserbrief aus Zeitungen zusammen zu schnipseln? Hier gibt´s die Lösung: Der “Erpresserbrief-Generator “. Die Ergebnisse sind so naja, aber trozdem: Her mit der Schokolade, sonst…
via: Endl.de
(2) Für alle 40+-jährigen gibt es eine amüsant zu lesende Kolumne bei Dr. Web, Titel: Generation Twitter – Wohin gehst du? Neulich kam es mir auch in den Sinn, das ich bereits über 12 Jahre im Netz bin. Und ich merke zur Zeit, das es langsam anstrengend wird immer wieder die neusten Trends zumindest zu verfolgen. Um so mehr kann ich die Autorin verstehen:
[...] Junge Leute, die nicht wissen, dass Twix mal Raider hieß, die sich angesichts eines Wahlscheibentelefons ratlos am Kopf kratzen: „Wie schickt man damit ‘ne SMS? Und was soll das Kabel da dran?“ [...]
[...] Ich möchte auch ohne Hochschulabschluss Handy-Tarife verstehen und nicht zu jedem elektrischen Nagelknipser eine 257-seitige Bedienungsanleitung in 58 Sprachen beiliegen haben. Überhaupt sehne ich mich immer öfter nach Einfachheit, Klarheit und Stille.
Wie war das schön, als ich beim Hören von Musik noch nicht ständig aufschreckte, weil ich dachte, das Telefon habe geklingelt [...]
(3) Dazu passt (so ein bißchen zumindest) die folgende Meldung aus Oktober 2009:
Laut einer Umfrage ärgern sich 17 Prozent der User über ihren PC so stark, dass sie ihn am liebsten aus dem Fenster werfen würden.
org: IT-News-World
(4) Kennt Ihr noch das Partyspiel, bei dem man ´nen Zettel mit ´nem Namen eines Prominenten auf die Stirn geklebt bekommt und diesen dann durch Fragenstellen erraten muß? Gibt´s jetzt auch online zum alleine spielen. Macht zwar nicht soviel Spaß wie auf ´ner Party, aber die Trefferquote ist erstaunlich hoch: hier beim Akinator.
via: caschy
(5) Bei Nerdcore habe ich dieses Legovideo entdeckt:
Immer wieder frage ich mich, wo nehme die Leute die Zeit für sowas her?
Am Anfang des Jahres gab es im ARD-Magazin Monitor einen Bericht über das Datensammelsystem Elena, welches die Arbeitgeber verpflichtet, regelmässig hochsensible Daten aller Arbeitnehmer an eine zentrale Datenbank zu übermitteln. Dazu sollen wohl auch u. a. Angaben zu unbezahlter Urlaub, unbezahlte Fehlzeit (z.B. unentschuldigtes Fehlen/Pflege eines kranken Kindes ohne Kranken- oder Verletztengeldbezug/kurzzeitige Arbeitsverhinderung wegen Pflege), die Teilnahme an rechtmässigen und unrechtmäßiger Streiks und Angaben zu Aussperrungen und die unwiderrufliche Freistellung ohne Weiterzahlung des Arbeitsentgeltes des Arbeitgebers gehören. Des weiteren soll es Freitextfelder geben, in denen der Arbeitgeber eigene Beurteilungen über den Arbeitnehmer abgeben kann.
Vor allem der letzte Punkt scheint mir doch einer zu sein, der dem Rufmord Tür und Tor öffnet. Des weiteren frage ich sich, was geht es den Staat an, ob ich als AN an einem Streik teilgenommen habe oder sonst irgendwie im Clinsch mit meinem AG bin.
Vermutlich als Reaktion auf diesen Bericht sind kurze Zeit später zwei Petitionen zum Thema online gegangen. Beide sind noch bis zum 02.03.2010 zu zeichnen:
Petition 1: Datenschutz – Aufhebung des elektronischen Entgeltnachweises (ELENA)
Text der Petition
Der Deutsche Bundestag möge beschließen,
dass die Vorratsspeicherung gemäß dem 6. Abschnitt des Sozialgesetzbuch IV, §§95 ff. (Verfahren des elektronischen Entgeltnachweises) aufgehoben wird.
Begründung
Es werden unzulässig Daten erhoben, die weit über den ursprünglichen Sinn des Gesetzes hinausgehen.
Zum Beispiel werden Streik- oder Aussperrungszeiten gespeichert, die Arbeitgeber müssen Abmahnungs- und Kündigungsgründe angeben.
Dem Sinn des Gestzes widerspricht schon der 2 jährige Aufbau einer Datenbank, die auch mit erheblichem Aufwand der Arbeitgeber verbunden ist.
Von der beabsichtigten Kostenersparnis kann keine Rede sein, es werden millionenfach Daten erhoben, die nie benötigt werden,
da die meisten Bürger – aus welchen Gründen auch immer – weder Wohngeld, Eltergeld oder Arbeitslosengeld beantragen.
Nach meiner Meinung wurde mit diesem Gesetz das Recht auf informationelle Sebstbestimmung verletzt.
Petition 2: Datenschutz – Modifizierung des elektronischen Entgeltnachweises (ELENA)
Text der Petition
Der Deutsche Bundestag möge beschließen …
das die Speicherung und Datensammlung der Art der Fehlzeiten der Arbeitnehmerdaten im sogenannten ELENA-Verfahren nochmals überarbeitet und überdacht werden.
Begründung
Es geht kein Finanzamt und keine Krankenkasse an, wenn ich zu spät zur Arbeit komme, wenn ich streike, wenn ich unbezahlten Urlaub nehme und so weiter.
Ich fühle mich als Bürger total gläsern und total vom Staat überwacht. Desweiteren zweifle ich an, ob dieses Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht stand hielte.
Folgende Daten müssen meines erachtens nach NICHT an die genannten Behörden/Körperschaften übertragen werden:
Art der Fehlzeit
05 = unbesetzt
10 = unbezahlter Urlaub11 = unbezahlte Fehlzeit (z.B. unentschuldigtes Fehlen / Arbeitsbummelei / Wochenende oder Feiertage ohne Entgelt / Pflege eines kranken Kindes ohne Kranken- oder Verletztengeldbezug / kurzzeitige Arbeitsverhinderung wegen Pflege)
12 = unrechtmäßiger Streik
13 = Aussteuerung
14 = rechtmäßiger Streik
15 = Aussperrung
16 = unwiderrufliche Freistellung ohne Weiterzahlung des Arbeitsentgeltes
Auch wenn florian von netzpolitik.org “unsachliche Formulierungen sowie viele Rechtschreibfehler” in den Petitionen kritisiert (womit er nicht unrecht hat), halte ich die Petitionen für wichtig.
Für alle, die den Bericht nicht gesehen haben, hier nochmal:
Eine Touristin vergisst ihre Brille im Flugzeug lässt ihren Taxifahrer am Pariser Flughafen mit ihrem Koffer warten. Das hat weitreichende Folgen…
via: Die Memoiren des Josh K. Phisher
dort wird auch gefragt, ob der Satz im Abspann Fiktion oder Wahrheit ist. Hat jemand eine Ahnung?
out of topic: was für eine schöne Frau ;-)